American Psycho/American Beauty Chapter 1 (German)

Irresistible

Ihre Hand zitterte, als sie den letzten Strich zog, um ihren Eyeliner perfekt zu machen. Zufrieden machte Max einen Schritt nach hinten und begutachtete sich im Spiegel. Sie war zufrieden mit sich: ihre braunen, kurzen Haare vielen so, wie sie es wollte, ihr Eyeshadow ließ ihre stahlblauen Augen nicht ganz so matt erscheinen, und ihr Eyeliner, den sie, wie sie zugeben musste, dieses Mal perfekt hinbekommen hatte, gab ihr einen leicht verruchten touch. Sie liebte es einfach, ihren Augen eine angedeutete Katzenform zu verleihen und ihr schwarzes, mit silbernen Ornamenten verziertes, Minikleid und ihr schwarzer Choker passten einfach perfekt, genau wie ihre schwarze Spitzenunterwäsche. Mit einem Blick auf die Uhr stellte sie erschreckt fest, dass sie schon längst hätte los müssen. Sie griff ihre Tasche und rannte, so schnell es ihr eben in High Heels möglich war, zu ihrem Auto. Nachdem sie sich hinter das Lenkrad geklemmt und ihre Tasche auf den Beifahrersitz geworfen hatte, schaltete sie als erstes die Musikanlage an. Mit den ersten Klängen von “Far too young to die” im Ohr startete sie den Motor und schoss durch die Nacht. Das zu schnelle Fahren durch die Dunkelheit war das einzige, was die sonst so schüchterne und brave Studentin sich an Gefahr zumutete, und sie genoss jede einzelne Sekunde. Laut mitsingend fuhr sie die Straßen entlang, bis sie zu der Ausfahrt kam, die zu ihrem Stammclub führte. Einem inneren Impuls folgend fuhr sie dran vorbei und machte sich auf dem Weg zu einem, nur ein paar Straßen entfernten, düsteren Club, wobei das Wort Club übertrieben war, jemand hatte das Haus auf dem alten Schrottplatz gekauft, ein paar freie Flächen im Schrott freigeräumt und Musikanlagen aufgestellt. Ihr Herz klopfte, als sie auf den Schrottplatz einbog, und die Leute sah, die sich dort herumtrieben. Eine Gruppe Männer saß auf der Ladefläche von einem LKW, sie tranken Bier, unterhielten sich und ließen ihre Blicke schweifen. Max beobachtete sie genauer, und auf den zweiten Blick fielen ihr einige beunruhigende Details auf: Alle der Männer trugen Waffen, die meisten waren über und über mit Narben bedeckt, und einer der Männer trug sogar eine Augenklappe. Als sie dies sah, begann sie hysterisch zu lachen.”Das ist so klischeehaft.”, war ihr Gedanke, bevor sie die Autotür hinter sich zuschlug, es abschloss und sich mit wackeligen Beinen in Richtung Eingang, und somit in Richtung der Männer, begag. jetzt wünschte sie, sie hätte doch etwas längeres angezogen, oder wenigstens eine Jacke, obwohl es dafür am ersten Juli natürlich viel zu warm war, doch die Blicke der Männer ließen sie frösteln. Sie ging so schnell es ihre Schuhe zuließen an den Männern vorbei, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, und sie rechnete jeden moment damit, dass einer der Männer zu ihr herüberkommen oder sie wenigstens ansprechen würde, doch zu ihrer großen Verwunderung geschah nichts. Als sie schließlich den Schrottplatz betrat, ohne dass ihr etwas passiert war, lachte sie in purer Freude und Erleichterung auf. Sie liebte das Gefühl von Gefahr, auch wenn sie es vor sich selbst nicht zugab. Mit neuem Selbstbewusstsein erklomm sie die Stufen zu dem laufstegähnlichen Gebilde, dass die Bar und die einzelnen freigeräumten Flächen, die die Tanzflächen darstellten, verbanden. Der Anblick der sich ihr bot, verursachte ihr Gänsehaut und verursachte gleichzeitig ein eigenartiges Prickeln, dass sich durch ihren ganzen Körper zog, bevor es verflog und zu einer angenehmen Hitze in ihrer Körpermitte wurde. Sie war fasziniert von den Leuten, die zwischen Schrott um brennende Tonnen tanzten, die Atmosphäre überrollte sie, verschluckte sie und zog sie in ihren Bann. Automatisch wippte sie mit zur Musik, der Rythmus erfasste ihren Körper, es war ihre Musik, nicht diese übliche Clubmainstreamscheiße, sondern gute Musik, die sie mit sich riss, und ehe sie es sich versah, tanzte sie um eines der Feuer, wirbelte herum und ließ ihren Kopf durch die Luft fliegen. Sie verlor sich, tanzte immer weiter, zu einem guten Lied nach dem anderen, ignorierte, wo sie war, oder mit wem sie dort war, und die ganze Zeit fühlte sie dieses Kribbeln in ihrem Körper, was ihr ein breites Grinsen zauberte. Erschöpft verließ sie irgendwann die Tanzfläche und machte sich auf den Weg zur Bar, die etwas erhöht auf einem Podest stand, sodass man von dort alle Tanzflächen beobachten konnte. Interessiert beobachtete sie die Tanzenden, und wieder überkam sie dieses Gefühl von Gefahr, als sie die Leute beobachtete, um die sie normalerweise einen großen Bogen gemacht hätte, diese Leute, die eindeutig auch noch Drogen nahmen, wie sie gleichzeitig erschreckt und neugierig zugleich feststellte, was ihr einen Schauer über den Rücken jagte. An der Bar angekommen wollte sie aus Gewohnheit ihren Weißwein bestellen, als sie sich spontan dazu entschloss, etwas neues zu probieren. Mit einem Wodka-energy wollte Max gerade zu ihrer Tanzfläche zurückkehren, als sie sie sah. Ihre blauen, kurzen Haare wirbelten durch die Luft, während sie voller Energie und mit glitzernden, eisblauen Augen ihren Kopf zu der Musik bewegte und ihre bunt tätowierten Arme in die Luft warf. Sie war nicht auffällig gekleidet, sie trug lediglich ein weißes Tanktop mit einem Totenschädel und eine verschlissene Bluejeans, dazu eine Kette mit drei Patronen und eine mit einem blauen Schmetterling, doch Max konnte sich nicht von ihr losreißen. Die geröteten Augen, ihr grimmiger Blick, die Zigarette in ihrem Mund, sie schrie nach Gefahr, und Max liebte es. Ihr ganzes Selbstvertrauen schmolz dahin, und schien sich in ihrer Körpermitte zu einer immer stärker werdenden Hitze zusammen zu ziehen. Schüchtern und leicht schwankend, die Mische in ihrer Hand hatte ganze Arbeit getan, schlich sie die Treppe herunter, die zu der Blauhaarigen führte, und stellte sich an den Rand, ihre Augen klebten weiterhin an diesem Mädchen. Aus der Nähe vielen ihr weitere Details auf, zum Beispiel, wie perfekt ihre leicht rosanen Lippen geformt waren, oder die feinen, goldenen Adern, die die Flügel des Schmetterlings durchzogen. Genauso fasziniert war sie von den roten und blauen, ineinander verschlungenen Blumen, die ihre Arme schmückten, und den abgenutzten, verdreckten Chucks, mit denen sie immer wieder im Rhytmus aufstampfte. Sie stand dort eine gefühlte kleine Ewigkeit und beobachtete sie, bis sie, als sie einen Schluck aus ihrem Becher nehmen wollte, nur Luft in den Mund sog. Sie schaute in den Becher und stellte überrascht fest, dass er leer war, es war wohl mehr als doch nur ein gelegentliches Nippen gewesen, während sie ihre Blauhaarige Schönheit beobachtete. Sie hob ihren Blick wieder, konnte sie aber nicht entdecken. Panik stieg in ihr auf, und ihr Blick flog auf der Suche nach ihrer Königin wie wild hin und her, doch der Alkohol tat seine Wirkung und sie taumelte nach hinten, sicher, dass sie fallen würde, bis sich Hände von Hinten um sie legten. Sie spürte Brüste, die sich an ihren Rücken drückten, dicht gefolgt vom restlichen Körper, der sie stützte, und ihr stieg eine Mischung aus Parfüm und Schweiß in die Nase. “Wolltest du mich eigentlich den ganzen Abend nur beobachten, du kleiner Stalker”, hörte sie auf einmal eine Stimme in ihr Ohr flüstern. Konnte es etwa sie sein ? Ihre Gedanken überschlugen sich und ihr Herz raste.”Ich…Du…Ehm.”, stotterte sie.”Pssst”, hörte sie die Stimme, und fühlte auf einmal eine Hand, die erst über ihren Hintern, und schließlich weiter ihre Oberschenkel hoch strich, bis sie auf ihrer Scham liegen blieb, die sie durch ihr dünnes Höschen streichelte. Erst jetzt bemerkte Max, das ihre ganzes Höschen feucht war und förmlich an ihr klebte, normalerweise wäre sie im Boden versunken, doch dieses Mädchen machte irgendwas mit ihr, und so streckte sie sich ihr entgegen und keuchte so leise, dass nur die Blauhaarige es hören konnte.”Aber ich scheine dir ja wirklich zu Gefallen,also verzeihe ich dir. Wie heißt du?”. Damit zog sich auch die Hand zurück.”M…Max”, schaffte sie es gerade noch zu sagen, es drehte sich immer noch alles, und sie befürchtete, dass sie ohne die Stütze umfallen würde, doch es war ihr egal, sie war ihr nah, und es machte sie wahnsinnig, dieses Gefühl des Verbotenen, der Gefahr, sie wollte mehr davon.”Na dann komm mit, Max”, schmunzelte ihre Königin und zog sie mit sich. Max kam alles wie in einem Traum vor, sie fühlte sich als würde sie über die Treppen schweben, bis sie schließlich auf dem Parkplatz ankamen. Sie wurde weiter hinter ein paar Bäume gezogen, und sie sah, wie ihre gegenüber eine selbstgebaute, grün braune, ziemlich große Zigarette aus ihrem Ausschnitt zog und sie ihr hinhielt.”Willst du, Max?”. Max starrte sie nur an, sie hatte keine Ahnung, was sie sagen sollte.”Du hast doch schon mal gekifft, oder”, hörte sie die Blauhaarige fragen.”Ja..Ja, natürlich”, stotterte sie, und im nächsten Moment schob sich die Spitze des Joints zwischen ihre Lippen.”Na dann, der erste Zug gehört dir.” Sie war schon ein paar mal dabei gewesen, als ihre Freunde geraucht hatten, und hatte selbst auch mal an einer gezogen, und so  atmete sie tief ein, als sie das Glühen an der anderen Spitze bemerkte. Als der Rauch in ihrer Lunge ankam hustete sie, ohne etwas dagegen machen zu können, sie hustete und hustete, und als es endlich aufhörte, stand sie vornübergebeugt, stützte sie sich auf ihre Oberschenkel und hechelte. Als sie hoch sah, sah sie in das spöttisch lächelnde Gesicht ihrer Schönheit, die sie mit hochgezogener Augenbraue ansah.”Nu..Nur lange nicht mehr gemacht”, hustete sie und nahm noch einen Zug. Sie schaffte es dieses mal, den Hustenreiz zu Unterdrücken, und so quälte sie sich auch durch den Rest des für sie endlos erscheinenden Joints. Als er endlich aufgeraucht war, hatte sie das Gefühl, dass ihre Lunge brennen würde. Sie schaute sich um, und alles begann zu verschwimmen und sich zu drehen. Sie stolperte nach vorne und wurde von sanften Armen aufgefangen. Über ihr tauchte ein Gesicht auf, und wie durch einen Schleier, der sich auch über ihre Augen gelgt zu haben schien, hörte sie die Stimme zu dem Gesicht lachend sagen:”Komm kleine Max, lass uns fahren”. Ein kleiner Teil in ihr sträubte sich dagegen, mit einer ihr immer noch Fremden mit zu gehen, und erinnerte sie daran, dass sie morgen Vorlesungen habe, doch sie erstickte ihn, zu sehr war sie dem Mädchen und alles, wofür sie stand und was sie ausstrahlte, verfallen, und würde alles tun, um mehr von ihr zu erfahren und bei ihr zu sein. Im Arm des Mädchens ließ sie sich von ihr zu einem rostigen Pickup führen und auf den Beifahrersitz bugsieren. Sie lehnte sich gegen das Fenster und genoss die Musik, während sie hinaus in die Nacht fuhren. Während Brandon Urie darüber sang, jemanden heute nacht zu töten, kam in ihr das Gefühl auf, dass sie alles mit diesem Mädchen machen würde, obwohl sie noch nicht mal ihren Namen kannte. Schwerfällig bewegte sie ihren Kopf und sah ihre Fahrerin an. Sie sah wunderschön aus, eine Strähne hing über ihrem Auge, und der Schmetterling gab bei jedem Schlagloch ein metallisches Klingeln von sich.”Wie heißt du eigentlich”. Ihre Stimme klang rauchig, und tiefer, als sie es gewohnt war.”Chloe” Chloe, dachte sie, bevor alle Lichter durcheinander wirbelten, und sich Schwärze über sie legte.

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